Die ersten Schritte…

…in die Konzertfotografie. Dieses große Thema, was immer wieder gefragt. Wie kommt man da eigentlich rein, wo fängt man an.

Also ein Patentrezept gibt es da, wie so oft, nicht. Was ich euch erzählen kann ist, wie ich meinen Weg gefunden habe. Und auch den ein oder anderen Tipp kann ich euch da auf jeden Fall mit auf den Weg geben.

Im Gegensatz zu vielen meiner Kollegen habe ich nicht schon als Kind mit dem fotografieren angefangen, sondern erst vor knapp zehn Jahren. Und warum? Ich weiß es tatsächlich nicht. Ich hatte einfach Lust auf eine Kamera und holte mir eine Kompaktkamera und hab im Urlaub einfach Fotos gemacht. Kurz danach habe ich mir eine digitale Spiegelreflexkamera von meinem Onkel geliehen und mich damit probiert. Ich muss gestehen, dass ich somit meine erste richtige Kamera hatte, denn weggegeben habe ich diese nicht mehr. Das war eine Konica Minolta 7d, welche noch immer funktionierend im Schrank steht und dort auch bleibt.

Jetzt hatte ich also eine Kamera und fotografiere natürlich alles Möglich, jedoch ohne Sinn und Verstand und völlig ohne Plan, wo das alles hingehen soll. Das erste mal, dass ich dann ein Konzert fotografiert habe, war Ende 2008. Selbst Gitarre spielend kennt man natürlich andere Musiker in seinem Kaff, wo man wohnt. Und dann gab es einen „Battle of the Bands“-Verschnitt in der hiesigen Sporthalle. Als ich mit einem Kumpel dorthin bin, habe ich meine Kamera eingepackt und einfach losgelegt. Natürlich ohne Akkreditierung oder sonstige Späße, dafür mit Blitz und einer leeren Speicherkarte.

Die leere Speicherkarte ist schonmal eine gute Idee gewesen. Der Blitz weniger. Den habe ich tatsächlich auch nur am Anfang benutzt um zu merken, dass „einfach mal drauf blitzen“ eh nicht wirklich schön ausschaut. Also habe ich die Automatik ihr Ding machen lassen und einfach ein paar Bilder mitgenommen. Hat Spaß gemacht. Anscheinend so viel Spaß, dass ich das Thema weiterverfolgt habe. Zu Anfang natürlich immer nur auf Gelegenheiten gewartet. Einfach bei irgendwelchen Konzerten von befreundeten Bands oder mal die Coverband bei einem Stadtfest. Etwas später habe ich durch eine damalige Studiumskollegin die Möglichkeit bekommen, bei einem „richtigen“ Konzert Fotos zu machen. Sie selbst war für ein Printmagazin dort und so hatte ich auch mal eine Akkreditierung. Fotografiert wurde das Konzert von „Die Art“ in einer kleinen Bonner Konzertlocation. Das Magazin war das, mittlerweile leider aufgegebene, „Zillo“ Magazin, welches vornehmlich im Gothic-Bereich tätig war.

In Folge war ich dann hier und da für das Magazin unterwegs und durfte die ersten Konzerte z.B. in der Kölner Live Music Hall fotografieren. Durch eine andere Bekanntschaft im Studium hatte ich zu der Zeit auch den Weg in die Sportfotografie gefunden. Für das Projekt „Born to be Reporter“ habe ich über die Spiele der „Kölner Haie“, dem hiesigen Eishockey-Verein berichtet. Zumeist fotografisch, allerdings hier und da auch mal textlich. 2010 hatte ich dann meine erste richtig große Akkreditierung erhalten und durfte die „RheinKultur“ in Bonn fotografieren. Ein kostenloses Festival, welches noch heute seinen Kult nach sich zieht. Es war leider die vorletzte Ausgabe des Festivals. Ich wäre gerne noch weitere Jahre dort tätig gewesen.

Mittlerweile habe ich auch meinen Weg in das Online-Musikmagazin „musicheadquarter“ gefunden, für welches ich noch heute aktiv bin. Hier klappten dann irgendwann auch die richtig großen Sachen. Ich durfte für das Magazin Rammstein, Pink, Linkin Park oder auch AC/DC fotografieren. Und 2013 klappte dann endlich auch mein Traum, seit ich Gefallen an dieser ganzen Nummer gefunden habe: Ich durfte zu Rock am Ring, für mich einer meiner größten Meilensteine, wo Fotos entstanden sind, welche ich noch heute in meinem Portfolio zeige. Seit 2013 war ich nun bei jeder Ausgabe des Festivals in der Eifel ( ob am Nürburgring oder in Mendig ) und freue mich jedes Jahr drauf, die vielen Kollegen zu treffen, die man sonst nur selten sieht. Ein Kollege, welchen ich dort getroffen habe, hat mich im Jahr 2014 dann zum Deichbrand geholt. Seitdem bin ich im offiziellen Fototeam des Festivals bei Cuxhaven.

Einer meiner großen, festen Termine im Jahr gilt dem „Green Juice Festival“ in Bonn. Das erste mal dorthin hat es mich 2011 verschlagen. Damals ganz normal über eine Akkreditierung. Die Bands ( als Headliner die „Killerpilze“ ) spielten zu dem Zeitpunkt noch auf einem LKW-Auflieger. Ab dem Folgejahr war ich dann einer der offiziellen Fotografen des Festival und habe über die Jahre dort sehr viel gelernt, was mich in anderen Jobs weitergebracht hat. Mittlerweile mit einer echten Bühne ausgestattet spielen dort Bands wie Madsen, The Subways, Royal Republic oder die Donots. Aber viel wichtiger: Es bietet immer Platz für junge, lokale Bands und das macht das Festival so wichtig.

Seit jeher ist die Zeit quasi im Flug vergangen. Mittlerweile arbeite ich noch immer frei, habe aber Agenturen, Zeitungen, Magazine, Eventagenturen, Veranstalter und Wirtschaftsunternehmen als Kunde. Was ich da in den letzten Jahren erleben durfte habt ihr teils sicher mitbekommen, aber ein paar Highlights für mich waren auf jeden Fall der Eurovision Songcontest, wo ich für die Hamburger Fotoagentur actionpress nach Lissabon reisen durfte. Zu dem ganzen ESC-Job werde ich auch noch einen extra Blogpost verfassen, weil ich es doch als recht interessant finde, weil es was komplett anderes ist. Des Weiteren durfte ich für Volkswagen ihr Konzertevent „Garage Sound“ dokumentieren, wo ich bereits in Frankfurt und Stockholm war. Seit mehreren Jahren begleite ich Touren der „Lange Nacht der Industrie“ für die Hamburger Eventagentur „prime events“. Dort können Interessierte kostenlos Touren durch Industrieunternehmen buchen. Mein Job ist die Dokumentation dieser Events und natürlich auch die Anfertigung von Werbematerial für die Agentur. Zu letzt will ich natürlich noch meine Konzerthighlights der letzten Jahre nennen. Hier eine kleine Liste, an – für mich – sehr wichtigen Konzerten:

  • Rammstein 2011 in Düsseldorf
  • Metallica bei Rock am Ring 2014
  • Linkin Park beim Hurricane 2017
  • The Rolling Stones 2017 in Hamburg ( Tourstart ) und Düsseldorf
  • AC/DC 2016 in Köln ( das Konzert mit Axl Rose im Folgejahr war auch sehr besonders )
  • U2 Tourstart in Berlin 2018
  • Queen in Köln 201. 
  • Alexisonfire ( einer meiner Lieblingsbands ) durfte ich beim Greenfield 2018 von der Bühne fotografieren

Nun ist es also 2018 und am 02. November diesen Jahres wird es genau 10 Jahre her sein, als ich mein ersten Konzert fotografiert habe. So viel Zeit ist vergangen, aber es macht, trotz mittlerweile vielen Umständen in der Branche, immer wieder Spaß ein Konzert zu fotografieren. Dabei ist es mir egal ob es Rock, Pop, Punk, Jazz oder Schlager ist. Und mit jedem Einsatz lernt man wieder ein kleines bisschen mehr. 

Da haben sich natürlich auch ein paar Tipps gesammelt, welche ich euch gerne weitergeben würde. Anfangen werde ich damit im Blogpost nächsten Mittwoch. Da schreibe ich ein wenig über den technischen Einstieg. 

Feedback? – ab in die Kommentare unter dem Post. 

Bis dahin wünsche ich euch eine schöne Woche. 🙂

By |2018-09-24T00:19:33+00:00September 26th, 2018|BLOG|1 Comment

One Comment

  1. Edith Keuenhof 28. September 2018 at 20:51 - Reply

    Da ich ja ziemlich was mit dir und deinem Leben zu tun habe, ist mir ja vieles sehr bekannt. Ja, und zu manchen Konzerten durfte ich dich ja auch begleiten. Depeche Mode, AC/DE, sogar 2 x und 1 x davon mit Axel Rose, Hurts, Pink, Scorpions, Deep Purple, Queen, Linkin Park und noch einige andere. Und damals als eine Geburtstagsüberraschung Rammstein.
    Mir gefällt es sehr gut,dass du darüber schreibst. Ich für meinen Teil habe dann so „Ach ja“-Momente! Sonst wären so manche Ereignisse einfach nur in einer Schublade. So kommen sie wieder in Erinnerung. Sehr schön mein Sohn!

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